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Bildquelle: Urgeschichte Museum

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Der Barbarenschatz - den Römern geraubt
Internationale Spitzenausstellung im Museum Lebenswelt Weinviertel
8. 3. 2010 - 20:00
Presseaussendung Veranstalter


Das MZM Museum Lebenswelt Weinviertel präsentiert in einem Gemeinschaftprojekt mit dem Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn/Zaya im Jahr 2010 eine internationale Spitzenausstellung: "Der Barbarenschatz – Den Römern geraubt" zeigt den größten römerzeitlichen Metallfund weltweit. Der Schatz ist in Fachkreisen besser bekannt als der "Hortfund von Neupotz". Die Ausstellung ist vom 20. März bis 30. November 2010 im MZM Museum Lebenswelt Weinviertel zu sehen. Ergänzt wird das Programm durch ein reichhaltiges Angebot an Begleitveranstaltungen.

Für die römische Bevölkerung war das zweite Drittel des dritten Jahrhunderts nach Christus turbulent. Die Germanen erkannten, dass die nördliche Grenze des Römischen Reiches, der Limes, ohne besondere Schwierigkeiten überwunden werden konnte. Von Habgier, aber auch von Armut und Not getrieben, drangen Sie in römische Gebiete ein. Immer skrupelloser wurden ihre Einfälle, die Ende 259 n. Chr. ihren Höhepunkt erreichten. Zahlreiche Stämme der Germanen, Alamannen und Franken hinterließen weite Spuren der Verwüstungen in Siedlungen, Landgütern und Heiligtümern.

Barbaren vs. Römer

"Auch in Niederösterreich zeigt sich ein ähnliches Bild: im Jahr 170 brechen Markomannen und Quaden in Noricum und Pannonien ein und dringen bis nach Aquileia, der wichtigsten römischen Handelsstadt an der oberen Adria, vor. Nur mühsam gelingt es, die Eindringlinge wieder nach Norden zurückzudrängen. Im Laufe des Jahres 171 werden die Provinzen dann aber von den Eindringlingen gesäubert und die Beute, die man ihnen wieder teilweise abgejagt hatte, an die Provinzbevölkerung zurückgegeben. In diesem Jahr richtete Kaiser Marc Aurel sein Hauptquartier in Carnuntum ein, in dem er dann für drei Jahre residieren sollte", so Mag. Franz Humer, wissenschaftlicher Leiter des Archäologischen Parks Carnuntum.

Im Rhein entdeckt

Nicht alle kamen mit ihrer Beute wieder siegreich nach Hause, denn nach der Beuteteilung mussten sie den Rhein überqueren. Die Rheinflotte der Römer war jedoch schnell. Manch einer wird es nicht geschafft haben, ihnen mit der Beute oder überhaupt lebend zu entkommen. Auf einem ihrer Rückwege wurden Germanen von einer römischen Flotte überrascht. Bei den darauf folgenden Kampfhandlungen versank ein Teil der Beute. Anfang der 1980er Jahre wurde er bei Kiesabbauarbeiten in einem Altrheinarm entdeckt. Der Fundkomplex wird in direktem Zusammenhang mit den Plünderungszügen germanischer Gruppen in den gallisch-germanischen Raum in den Jahren 259-260 n. Chr. gestellt.

Archäologische Sensation

Der spektakuläre "Barbarenschatz" besteht aus mehr als 1.000 Objekten aus Silber, Bronze, Messing, Eisen und sogar aus Holz. Mehr als 700 Kilogramm wiegen diese kultischen Geräte, Waffen, Münzen, Werkzeuge, Boots- und Wagenzubehör sowie Tafel- und Küchengeschirr. Eine derartige Vielfalt an Gegenständen aus einem einzigen Fund war vorher unvorstellbar. "Der Fund ist eine archäologische Sensation ersten Ranges und spiegelt den Reichtum der römischen Provinzen wider", so Dr. Ernst Lauermann, wissenschaftlicher Leiter des Urgeschichtemuseums Niederösterreich in Asparn/Zaya. Zur Beute der Germanen gehörten auch Lebensmittel, Kleidung, Hausgeräte, Fuhrwerke, Vieh und sogar Handwerker, die durch ihr technisches Know-how sehr begehrt waren. Aufgrund seiner Reichhaltigkeit illustriert der Schatz eindrucksvoll das Leben der römischen Provinzbevölkerung an der Wende zur Spätantike.

Eine halbe Million Besucher im Ausland

Bereits 500.000 Besucher haben diese Ausstellung im Ausland gesehen, im MZM Museum Lebenswelt Weinviertel ist sie nun, als Gemeinschaftsprojekt mit dem Urgeschichtemuseum Niederösterreich Asparn/ Zaya, das erste Mal in Österreich zu sehen. "Die Zusammenarbeit zwischen dem Urgeschichtemuseum in Asparn und dem Museumszentrum Mistelbach trägt dem internationalen Trend zu einer zunehmenden Eventorientierung im Kulturtourismus Rechnung", so die Geschäftsführer der beiden Museen Dr. Markus Wachter (Urgeschichtemuseum) und Mag. Dagmar Kunert (MZM Museum Lebenswelt Weinviertel in Mistelbach), "der ‚Barbarenschatz‘ trägt somit zur aufstrebenden Entwicklung des Tourismus im Weinviertel bei."


Begleitveranstaltungen

20. und 21. März 2010
„Die Barbaren kommen“ - Das Barbarenwochenende im MZM Museumszentrum Mistelbach und im Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn/Zaya

29. April 2010, 19.30 Uhr
Lesung Michael Köhlmeier (Literatourfrühling Mistelbach) im MZM Museumszentrum Mistelbach

26. und 27. Juni 2010
Das Schatzsucher-Fest im MZM Museumszentrum Mistelbach und im Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn/Zaya

August 2010
Junge Römer (Kinderwerkstätte im Zuge des Ferienspiels 2010) im MZM Museumszentrum Mistelbach

19. September 2010
Barbarenessen im Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn/ Zaya


Daten

Ort:
Museumszentrum Mistelbach
Waldstraße 44 - 46, A-2130 Mistelbach

Dauer der Ausstellung:
20. März bis 30. November 2010
täglich 10 – 17 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene € 9,-
Ermäßigt/ Gruppen/ Studenten bis 26 Jahre € 7,-
Jugendliche 15 – 18 Jahre € 7,-
Kinder 11 – 14 Jahre € 3,-
Kinder bis 10 Jahre in
Begleitung der Erziehungsberechtigten: frei
Schüler € 3,- (im Klassenverband)

Kombiticket: Mit Ihrer Eintrittskarte zur Ausstellung "Der Barbarenschatz" in der Lebenswelt Weinviertel im Museumszentrum Mistelbach können Sie bis Ende der Saison 2010 auch das Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn/Zaya besuchen.

Weiterführende Links:



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