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Kostüm oder Gewandung
Was macht den Unterschied?
29.07.2010 - 11:30 ein KOMMENTAR von Arnulf Zeilner
Immer wieder taucht sie auf, jene Bemerkung, an der sich die Geister scheiden: Die Gewandung wird als "Kostüm" tituliert und man fühlt sich so wie bei den üblichen Bemerkungen der Besucher manch einer Veranstaltung: "Ritter Kunibert", "Robin Hood" oder (fast schon kreativ) "Ivanhoe". Eigentlich kein so tolles Gefühl, das am besten – nach jahrelanger Erfahrung und zahlreichen Trickfilmen – mit dem Motto der Pinguine aus "Madagaskar" beantwortet wird: Einfach stur lächeln und winken...
Aber nein, hier möchte ich mich doch einmal darüber auslassen, nachdem mir Huscarl das richtige Forum dafür zu sein scheint. Jüngst ist mir auf Facebook im Kontext einer Gewandungsdebatte die folgende Bemerkung über den Weg gelaufen: "Ja, der Unterschied liegt in der 'Trueness'. Wer sich verkleidet, ist ein Spinner, wer sich 'gewandet', jaaaa, der ist was ernsthaftes..."
"Trueness" - ein Begriff aus der Metalszene
Für mich als "Unbeteiligten" ist der Begriff "Trueness" ein Anglizismus, der wohl am besten mit "Wahrhaftigkeit" zu übersetzen wäre. Wikipedia sagt dazu: "Black Metal versteht sich als nicht massentaugliche Untergrundmusik und zugleich Lebenseinstellung für Gleichgesinnte. Als Ausdruck dieser abgrenzenden Identität entstand ein Kodex der 'Trueness'. Die 'Trueness' eines Black-Metallers stellt den Grad der ideologischen Authentizität dar. Tatsächlich ist der Kodex der 'Trueness' im Black Metal weitaus rigider und ausgeprägter als in anderen Metal-Stilen, weshalb dieser Kodex Opfer vieler szeneninterner und -externer Satiren wurde." Dieser Begriff ist also schon dort, wo er herkommt, komplett umstritten. Wer dem Wikipedia-Eintrag nicht traut, der lese selbst in den entsprechenden Metal-Foren die sinnbefreiten Diskussionen durch. Was also kann uns dies für unser Thema bringen?
Wer bestimmt die Wahrhaftigkeit?
Bleiben wir bei der Übersetzung, bei der Wahrhaftigkeit. Diese bestimmt immer der Betroffene selbst, zumindest wäre dies klug, denn alles andere sind Vermutungen von Außenstehenden aufgrund von Äußerlichkeiten oder dem Verhalten, das wiederum auf die Intentionen zu analysieren wäre – ein sehr schwieriges Unterfangen. Nach 26 Jahren in der Mittelalter-Klamotte darf ich mich schon darüber wundern, als "kostümiert" angesehen zu werden. Der Übergang vom Kostüm zur wahrhaften Gewandung mag schleichend sein, es hat eben etwas mit der Einstellung zur jeweiligen Bekleidung zu tun.
Begriffsunterschiede
Ein ernst gemeinter Versuch alles auf den Punkt zu bringen und dabei einfache und nachvollziehbare Beispiele zu bringen:
Ein Motorradfahrer, also ein Biker, der die Farben seines Vereins trägt, ist auch nicht kostümiert, einer der so etwas trägt, aber damit nix am Hut hat, schon. Jemand der im Fasching eine American Football Ausrüstung spazieren trägt, das Spiel aber höchstens in einer College-Komödie mitbekommen hat, ist kostümiert - ein Footballspieler trägt einfach nur seine Ausrüstung. Wenn ein Schauspieler einen Blaumann trägt, dann ist es ein Kostüm, beim Handwerker ist es Arbeitskleidung. Die Bemerkung mag es vielleicht wirklich auf den Punkt gebracht haben: "Trueness". Ich verwende solche Ausdrücke zwar nicht, aber es geht wohl darum: Ziehe ich ein Kostüm an oder ist diese Art von Kleidung ein Teil meines persönlichen Lebens.
Häufigkeit und Intention
Ich falle wohl etwas aus dem üblichen Schema, da ich viel häufiger Gewandung trage als die meisten anderen, aber ich denke, es geht auch nicht um die Häufigkeit, sondern darum, mit welcher Intention ich die Kleidung trage. Bleiben wir – zur Verdeutlichung – in der Biker-Szene: Ohne mich auszukennen vermute ich, dass man die entsprechenden Klamotten auch nicht häufiger trägt als wir durchschnittlich unsere Gewandungen, vorausgesetzt man hat einen "normalen" Job.
Man kann auf diesen Begriffen gerne herumreiten. Ich persönlich sehe jedenfalls einen deutlichen Unterschied zwischen einem Kostüm und einer Gewandung - dabei hat die Qualität nichts damit zu tun. Es geht nicht um "historisch korrekt", nicht um die passende Farb- oder Stoffwahl, auch nicht darum, ob es dafür einen Beleg gibt oder ob man sogar sieht, dass hier 500 Jahre Mittelalter an einer Person hängen. Über die Qualität der Darstellung mag es andere Diskussionen geben, die durchaus ihre Berechtigung haben, aber dies wäre wieder ein anderes Thema. Es geht mir darum, wie die Einstellung des Trägers der Kleidung zu eben dieser ist. Und das kann ein Außenstehender nicht beurteilen. Daher mag mancher "Gewandeter" eigentlich "kostümiert" sein, manch "Kostümierter" eigentlich "gewandet".
Arnulf "das Schandmaul" Zeilner
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EDITORIAL
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1. Kommentar von Einrun am 29.07.2010 um 15:07
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Einstellung des Gewandeten vs. Einstellung der Außenstehenden
Lieber Arnulf,
ich finde Deinen Artikel wichtig und gut. Dem möchte ich als leidenschaftliche Gewandete mit echtem historischen Interesse folgendes hinzufügen: ich denke, dass die Einstellung des/der Gewandeten sicher einen wichtigen Teil der Frage ausmacht, ob jemand als "gewandet" oder "kostümiert" betrachtet wird. Dem halte ich aber auch entgegen, dass jemand das Mittelalter noch so inhaliert hat und das auch nach außen trägt, und trotzdem "nur" als "kostümiert" wahrgenommen wird, weil die Außenstehenden in ihrer Oberflächlichkeit eine andere Interpretation gar nicht in Betracht ziehen.
Aus Deiner Erfahrun weißt Du sicher, wie oft Besucher mit der Einstellung zu einem Mittelalterfest kommen, dass es sich dabei um ein historisches Disney Land handelt, wo man eben nicht Goofy sondern dem Ritter Kunibert die Hand schüttelt. Und wie sind dort wohl die Darsteller? Kostümiert! Und was tun sie, wenn Feierabend ist? Sie schlüfen aus ihrem Kostüm! Für die oberflächlichen, manchmal historisch nicht interessierten und auch nicht gebildeten Zuschauer wird im Disney Land zu Feierabend aus Mickey Mouse, Goofy, Daisy oder Dagobert und am Ende eines Mittelalterfestes aus dem Ritter Kunibert, Robin Hood oder Ivanhoe der "normale echte Mensch".
Ich denke, die Wahrnehmung hängt auch von der Qualität des Publikums ab. Solange das Publikum ein MA-Fest und ehrlich engagierte Akteure nur als Konsumgelegenheit sieht, wird so jemand immer dabei bleiben, dass da "lauter Kostümierte rumrennen". Jemand, der sich als Zuschauer für die Materie interessiert und sich damit auseinandersetzt, mag den Unterschied erkennen. Ich würde mehr solche Zuschauer / Gäste wünschen.
Liebe Grüße, Andrea (Furor Celticus)
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2. Kommentar von Grimjau am 29.07.2010 um 17:52
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Zum Lachen in den Keller
Ich liebe es sobald auf diesen geistlosen Selbstdahrstellungs-Plattformen (wie Facebook) Personen mit "Fremdwörtern" um sich schmeißen ohne die Bedeutung zu kennen. Weder in Bezug auf Gewandung noch auf einen angeblichen Kodex in der Blackmetal Scene.
Nachdem ich bereits seit 19 Jahren in der Black Metal Scene unterwegs bin finde ich solche Aussagen nicht mehr lustig. Truness Black Metal ist kein Kodex für Personen sondern damit ist der Black Metal gemeint der zwischen 1980 und 1990 gespielt wurde.
Grimjau
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3. Kommentar von castello am 29.07.2010 um 19:50
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Liebenswert und Respektvoll
Ich finde die Aussage von Arnulf Zeilner auf den Punkt gebracht, unabhängig ob der Facebook Vergleiche.
Wichtig und richtig ist für mich die Kernaussage!
Ob ich nun auf meinem Bike durch die Landschaft reite, im grauen Tuch meinen Job genüge oder eben in so gut wie möglicher Gewandung unterwegs bin. Ich bin das was die Anderen in mir sehen, selbst werd ich mit jedem Textilwechsel auch mein Gehabe ändern und so hoffe ich auch authentisch rüber kommen.
Gleiches finde ich auch bei allen Gewandeten als Liebenswert und sehe es mit Respekt!
Danke für den Kommentar an Arnulf
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4. Kommentar von Einrun am 29.07.2010 um 22:35
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Konstruktivität gewünscht
@ Grimjau: hast Du zum Thema "Gewandung" möglicherweise auch einen derart sinnvollen Beitrag zu bringen? Oder bist Du schon zum Lachen (warum eigentlich?) in den Keller gegangen? :->
Ich habe Arnulf's Interpretation von "Trueness" als philosophische Frage begriffen. Ähnlich wie die Frage "gewandet oder kostümiert?". Vielleicht solltest Du zuerst einmal über die Kernaussage nachdenken, bevor Du jemandem, der seit über 20 Jahren in der MA-Szene ist und einen Namen hat, Selbstdarstellung, Geistlosigkeit oder Unwissenheit vorwirfst!
Aber wie heißt's so schön? Die Beleidigung sagt nichts über den Beleidigten aus, sondern über das Niveau des Menschen, der sie ausspricht. Gratulation!
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5. Kommentar von Kurjina am 30.07.2010 um 08:18
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@ Einrun
Klar hätte Grimjau das ein wenig netter formulieren können, aber worauf er eigentlich hinaus wollte (glaube ich!), ist, dass ein Vergleich mit etwas, das nicht existiert, hinkt.
Man kann also den Begriff "Trueness" mit vollkommen falscher Definition nicht richtig bringen.
Und deinem ersten Kommentar kann ich auch nur voll und ganz zustimmen!
Nichtsdestotrotz, Arnulf, ein gelungener Artikel, den man sich verinnerlichen sollte.
AzG,
Kurjina
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6. Kommentar von Kurik am 30.07.2010 um 09:39
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Gewandung und Konsorten
Danke Arnulf,
ich hatte erst letztens in einer Runde wieder dieses Gespräch von wegen Kostüm,
unsw. nur dazu glaub ich muss man grundsätzlicher rangehen.
Ja die Menschen sind wie sie Sind, und alles was sie nicht verstehen oder auch
begreifen, wird durch Vergleiche oder andere Dinge versucht zu lösen.
Nachdem es Filme gibt, wobei ich hier auf die historischen anspiele, und die
Schauspieler da Kostümiert, oder auch Verkleidet sind so wird dies als "passender"
Vergleich empfunden und "Wir" werden da dann reingesteckt.
Das hier ABER meist viel Liebe und auch Herzblut mitspielt, naja das sehen nur
die die sich auch damit befassen.
Denn die GESELSCHAFT bestimmt was nun Gewandung = Alttagsgewand und Kostüm
= MA-Gewand ist.
Was mir aber dann aufstösst sind die sogenannten Gewandeten die nach einiger
Zeit meist besoffen durch die Gegend torkeln, und durch ihre "tolle" Performance,
dann alles was man versucht zu erreichen, kaputt machen.
Denn ein Besucher wird "erfreut" sein über eine gute Gewandung und das
"dementsprechende" Gebaren eines "Bemühten", aber abgestossen durch den
gewandeten Besoffenen der mal wieder umpöbelt.
Liebe Grüsse Kurik
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7. Kommentar von Grimjau am 30.07.2010 um 16:58
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Wikipedia = philosophische Frage
@Einrun
Arnuld kopierte einen Wikipedia Beitrag und du verstehst dies als philosophische Frage?
Zitat:Einrun
Ich habe Arnulf's Interpretation von "Trueness" als philosophische Frage begriffen
Zitat:Arnulf
"Trueness" - ein Begriff aus der Metalszene...
weiters
Wikipedia sagt dazu:
So, jetzt erkläre mir mal was an einen Wikipedia Eintrag philosophisch ist.
Außerdem wie könnte ich Arnulf beleidigen wo mein Beitrag unmissverständlich auf die Personen auf Facebook zielte die mit Anglizismus etwas erklären wollen was sie selbst auf Deutsch nicht begreifen.
Der einzige der meine Antwort verstand war Kurjina.
Nicht nur die Art der Beleidigung sagt etwas über die Person aus sondern auch wie eine Person gelesenes versteht.
Also wiedermal zum Lachen in den Keller.
Grimjau
PS: Ich selbst sage Gewandung, aber ich mache keinen Glaubenskrieg daraus. Jemand wie Arnulf ist für mich ein Gewandeter. Die Tanzgruppe von Burg Oberkapfenberg sind für mich nur Kostümierte .
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8. Kommentar von Rotschopf am 30.07.2010 um 17:26
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Da ich diejenige bin, die den Ausspruch mit der Trueness getätigt hat...
...möchte ich dazu nur kurz sagen, dass sich das Wort "true" und seine vielen Abwandlungen mittlerweile innerhalb der Metalszene und der schwarzen Szene einfach etabliert hat, um auszudrücken, welche Menschen "dazugehören" und die "richtige Musik" hören und "den wahren Geist des Metal in sich tragen" (welcher auch immer das ist). Denn ja, auch diese eigentlich doch eher als gemütlich und offen angesehene Szene ist voll von Möchtegern-Herausstehern und Menschen, die darauf bestehen "anders" zu sein. Es ist insofern wirklich ein schönes Sinnbild dafür, was ich gemeint hab zu dieser Debatte. Denn diese Frage der Wahrhaftigkeit findet sich doch eigentlich immer wieder in allen möglichen sozialen Kreisen.
Aber es kann schon sein, dass manche glauben, dass nur richtig true-e Metaller das Wort true verwenden dürfen und seine geheime Bedeutung kennen können.
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9. Kommentar von Grimjau am 30.07.2010 um 20:20
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Wer ist true
Zitat: Aber es kann schon sein, dass manche glauben, dass nur richtig true-e Metaller das Wort true verwenden dürfen und seine geheime Bedeutung kennen können.
Sag mal Rotschopf wie kann man ein Wort richtig benutzen wo anscheinend jeder etwas anderes darunter versteht ? Verwechsle bitte nicht die Metal Scene mit der Black Metal Scene. Wir haben nicht viel gemeinsames mit denen. Auch ist es kein Geheimnis wofür "Trueness" als erstes gebraucht wurde. Spielt eigentlich keine Rolle da mir egal ist ob andere glauben ich sei true oder nicht da ich noch niemals den Anspruch erhoben habe true zu sein. Wörter und deren Bedeutung verzehren sich mit der Zeit.
Zum Thema.
Letzte Woche war ich beim Bogenturnier in Friesach wo im Anschluss man Gewandet ein Mittelalterturnier schießen sollte. Klang sehr vielversprechend und ich fuhr mit doch recht hohen Erwartungen nach Friesach.
Nach dem regulären Turnier zog ich mich um und wartete auf meine Gegner. Was ich dort an Gewandeten sah war grausam. Die gängigste "Gewandung" der Herren wahr eine Tunika mit einer Urban Tarnfleckhose und Trecking Schuhe. Einer trug ein Fasching Harlekin Kostüm mit Outdoor Sandalen. Die Frauen waren zum größten Teil doch sehr ordentlich gewandet, vom Schuhwerk mal abgesehen.
So etwas als Turnier in Gewandung auszuschreiben ist eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht für jeden ernsthaft ambitionierten Interessierten. Dort gab es keine Gewandeten (bis auf einzelne) sondern nur Kostümierte Bogenschützen.
Lg Grimjau
PS: Friesach ist ein Beispiel wo man ruhigen Gewissen von Kostümierte und nicht von gewandeten sprechen kann ohne jetzt andere gewandete zu Beleidigen.
Entchuldigung @Arnulf
weil es passt gar nicht hier her ;-)
...und ich dachte ich hab was verpasst in Friesach, danke @Grimjau
und @Grimjau: Kommt zu unserem Turnier, da ist Gewandung meist Gewandung...
und zum Thema: Ich trage eine Gewandung, kein Kostuem, aber ich ich kann mich auch mit Kostuemtraegern unterhalten.
LG
Rudi
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11. Kommentar von Grimjau am 30.07.2010 um 23:16
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Gerne
@Lost Fletcher
Falls nichts dazwischen kommt (Beruflich) komme ich sicherlich.
Grimjau
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12. Kommentar von Bombastus am 31.07.2010 um 03:23
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Gerd Heyse meint
Die nackte Dummheit erkennt man auch in der klug gewählten Verkleidung.
Sagt doch alles ;)
bin ich auf den falschen festen ?
mitunter schätze ich die mittelalterfeste gerade wegen ihrer entspannten atmosphäre. bis jetzt wären mir noch auf keiner veranstaltung irgendwelche bsoffenen oder stänkerer aufgefallen. gerade mal reguläre besucher die mir ungefragt ans kettenhemd greifen. das höchste waren mal bogenstandler die etwas wachgsoffen waren und sich nicht mehr wirklich um den schießplatz gekümmert haben . oder bin ich enfach nur zu früh drann ? meistens so mittags bis später nachmittag.
auf anderen veranstaltungen z.b. donauinselfest oder div kirtage die ich mittlerweile meide wimmlte nur so von randalieren.
gruß norbert
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14. Kommentar von Kurik am 01.08.2010 um 23:52
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@Meister
Hallo mein lieber Meister,
ich weis nicht ob wir uns schon begegner sind, aber und ich muss wirklich leider
das "letzte" Fest auf dem ich war anführen, nähmlich Kaprun.
Haben wir uns gerade mit so glaube ich Arnulf unterhalten, worauf neben uns
3-4 Menschen standen, 1 oder 2 waren in klassischen "gotischem" Outfit unterwegs
der letzte hatte Wicki klamatur an, und die waren sorry sternhagel dicht.
Als sie sich in unser Gespräch mit Arnulf eingemischt haben, ich hab nur gewartet
das einer mir Met "irrtümlich" rüberkippt :).
Solche Fälle gibt es "LEIDER" immer wieder, und wie ich noch bei Drachensporn waren
war auf Schloss EGG noch viel schlimmeres dahingehend unterwegs, da wollten sich doch
tatsächlich 2 Gewandete Volltrunkene mit Schwertern bekriegen, usw. usw.
LEIDER ist dies auch der Fall, aber egal jeder sieht nur das was er sehen mag :).
Bye Kurik
Ein nicht unreflektierter Vergleich
Basis war eine Bemerkung von Rotschopf, der Vergleich basiert aber nicht nur auf dem Wikipedia-Eintrag, sondern wurde erst eingearbeitet, nachdem ich in diversen Foren die - meiner Meinung nicht zielführenden - "trueness"-Diskussionen durchgelesen hatte (sie ist also auch nicht alleine mit ihrer Meinung). Ich gebe hier auch gerne zu, dass ich schon in den 80ern die Grenze zwischen Hard Rock und Heavy Metal (geschweige denn Black Metal) nicht ziehen konnte.
Es handelt sich hier um einen Kommentar, also einer klar definierten eigenen Meinung des Autors - also meiner Meinung zu diesem Thema. Dass Meinungen verschieden ausfallen können ist klar. Dass die Äußerung selbiger zum Nachdenken anregen könnte ist die Hoffnung. Dass die Schlüsse, die gezogen werden, so unterschiedlich sind, wie die Menschen, die sie ziehen, ist logisch.
Eigentlich wäre der Kommentar wirklich philosophisch gemeint, wobei das Thema - und nicht der Eintrag auf Wikipedia - ausschlaggebend sein sollte.
Danke für die rege Beteiligung.
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16. Kommentar von Rotschopf am 02.08.2010 um 19:06
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hä?
"worauf neben uns
3-4 Menschen standen, 1 oder 2 waren in klassischen "gotischem" Outfit unterwegs
der letzte hatte Wicki klamatur an, und die waren sorry sternhagel dicht.
Als sie sich in unser Gespräch mit Arnulf eingemischt haben, ich hab nur gewartet
das einer mir Met "irrtümlich" rüberkippt :). "
Du redest hier doch von Besuchern oder hab ich das falsch verstanden? Was spricht dagegen, wenn ein Besucher mal über den Durst trinkt? Is ein Festl wie jedes andere und angsoffene gibts immer irgendwo. Wenn Darsteller und Künstler sich während der offiziellen Zeiten ansaufen, ok, find ich auch nicht passend, aber ich würd Grufties jetzt nicht unbedingt zu den Darstellern zählen und wenn der gute Mann in Wikiklamotte auch Besucher is, darf er machen, was er will. Oder gibts jetzt auch schon ungeschriebene Gesetze über das Verhalten in Mittelalterlicher Kleidung zur Vermeidung der hinterhältigen Täuschung der ungebildeten Besucher?
...Betrunkene
...gibts immer wieder und ich habe bis jetzt relativ wenige betrunkene Darsteller gesehen die diesem Bild entsprochen hätten - klar kann es einmal vorkommen dass sich einer verschätzt. Angenehm ist es nicht, vor allem für die anderen Darsteller die dabei zuschauen dürfen/müssen.
Aber das ist eigentlich schon wieder ein anderes Thema...aufgegriffen habe ich es nur weil ich besagte Betrunkene in Kaprun auch gesehen habe und das eindeutig Besucher waren die weit über ihr Maß rausgeschossen sind...ich sag nur *gotische Dame in hochhackigen Schuhen*...wie die gehen konnte ohne sich die Beine zu brechen ist mir heute noch immer ein Rätsel.
Für sowas wäre dann wohl eher die Security zuständig oder die Leute von der Orga aber kein Grund deswegen das ganze Fest zu verdammen (ich hätte dort mal den Wettergott in die Finger bekommen sollen,...von wegen paar Betrunkener....)
@Arnulf:
Danke für den Artikel, ich habe auf fb auch irgendwo so eine Diskussion gesehen aber von jemand anderem losgetreten, der auch mich zum Überlegen angeregt hat. Ich finde du hast das sehr gut getroffen - es liegt im Herzen des Darstellers nicht nur im Auge des Betrachters.
Und besonders wichtig finde ich dass es dies Unterscheidung nicht nur in der Mittelalterszene gibt sondern in den verschiedensten Szenen auf der ganzen Welt...ob Biker oder Metaller...zugehörig ist nur der, der sich damit identifiziert.
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18. Kommentar von Paranoir am 02.08.2010 um 22:10
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die haben ja meist keine Ahnung
Also meiner Erfahrung nach resultiert die Betitelung des Gewandeten als "Kostümierter" meist aus schlichter Unwissenheit. Die Leute (also ich meine jetzt die Menschen, die nicht so wirklich mitbekommen, dass es überhaupt eine richtige Mittelalterszene gibt und so ein Fest zum ersten Mal besuchen) wissen oft gar nicht, dass es das Wort überhaupt gibt und dass man das so sagt, und greifen daher zu einem ihnen bekannten Begriff. Viele meinen's gar nicht böse. ;)
Sicher gibt's in manchen Fällen Diskussionen, wieso man da so sagt etc., aber Arnulf hat die Argumente und die Intention dahinter ja sehr treffend formuliert. *merkentu*
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19. Kommentar von Rotschopf am 04.08.2010 um 11:26
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find ich witzig...
"ich sag nur *gotische Dame in hochhackigen Schuhen*...wie die gehen konnte ohne sich die Beine zu brechen ist mir heute noch immer ein Rätsel.
Für sowas wäre dann wohl eher die Security zuständig oder die Leute von der Orga aber kein Grund deswegen das ganze Fest zu verdammen "
Also ich hab schon mehr betrunkene auf Mittelalterfesten gesehn, die KEINE Gothics waren, aber vermutlich fallen die einfach mehr auf.
Lange schwarze Kleider und hohe Schuhe sind eigentlich ganz normaler Sonntagsstaat für Gothics. Es entspricht den Sandalen und Sommerkleidern anderer weiblicher Besucher. Und das Gehen darin ist reines Training. Ich versteh eigentlich nicht so wirklich, warum solche Kleidung immer spezielle Aufmerksamkeit und dumme Kommentare erfordert in Richtung "Immer diese Gothics".
Wie gut, dass ich nie in meiner normalen (Gothic-) Alltagskleidung zu Festen komme, sondern nur im Mittelalter-Gewand, sonst müsste ich mir wohl auch andauernd gehässige Meldungen über mein Outfit anhören. Mittelaltermenschen scheinen da nämlich nicht anders zu sein als andere.
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20. Kommentar von Kurjina am 04.08.2010 um 16:50
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Liebes Schöpfchen...
... fühl' dich nicht persönlich angegriffen, wir haben dich alle lieb :)
Hintergründlich betrachtet haben du und Arnulf schon recht mit "Trueness", allerdings anders formuliert ;)
Nehmen wir das Wort "true", bedeutet zu deutsch "ehrlich" oder "echt".
Es bezieht sich eigentlich nur darauf, wer ein "echter Metaler", ein "echter Biker" oder ein "echter Reenacter" ist. Und das ist Auslegungssache.
Ich höre diese Musikrichtung selbst, gehe gewandet auf Feste und genieße beides. Und solange das funktioniert, ist mir vollkommen blunze, ob ich "true" bin ;)
Überlegt euch mal, was für einen Power-Metaler "true" ist und was es für einen Goth- oder einen Folk- oder einen sonstigen Metaler ist.
So gibt es auch in unserer "Szene" verschiedene Richtungen:
Die Besucher, die kostümieren oder gewanden, die Darsteller, die Geschichte näherbringen wollen und die Art Darsteller, die eigentlich mehr Entertainer sind als bemüht "A".
(Klarerweise alles nur ein grober Umriss, denn eigentlich sind wir alle einzigartig, also bitte nicht böse sein, wenn ich jemanden nicht erwähnt habe!)
Und jetzt sind wir beim Fazit der Geschichte:
Der Besucher geht auf's Fest und will dort Spaß haben, dazu gehört es auch, sich nach bestem Wissen und Gewissen einzukleiden (und wenn's nur ein Kartoffelsack ist).
Dem Entertainer "reicht es", wenn er oberflächlich gesehen in's Bild passt.
Dem Reenactor par definition ist es wichtig, dass die Nähte handgearbeitet sind, der Stoff geschichtlich belegbar ist und das Lager so aussieht, wie es nach geschichtlichen Quellen sein sollte.
Ich bin eine Entertainerin und stolz d'rauf. Denn ich mag die Feste, die Leute und die Szene an sich, bin gerne gewandet und mittendrin, habe aber keinen Löffel, den Nadelstich meines Umhang nachzuforschen ;)
Für einen Darsteller bin ich sicher nicht "true", der Besucher wird aber nicht so genau auf mein Gewand schauen, sondern eher auf meinen Bogen und was ich damit tue.
Zeitgleich behaupte ich aber auch nicht, historisch perfekt zu sein.
Bin ich jetzt kostümiert oder gewandet?
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21. Kommentar von Kugelblitz am 05.08.2010 um 08:09
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...nicht immer alles so ernst...
Mir ist das selbst schon mal passiert das so ein kleines Kind mich Ritter Kunibert genannt hat. Ist zwar ganz schön nervig, aber solang das nur von nem kleinen Kind kommt... ok. Und die Eltern wissen sicher auch keine Antwort drauf wenn man sie fragt wer kostümiert ist und wer gewandet. Sie zahlen unsere Gagen und da sollte man Ihnen so eine Unwissenheit verzeihen können.
ABER, wenn manche Schausteller auf das 'A' bestehen und dann mit Kevlar Protektoren ihre Auftritte durchführen. Oder bei Turnieren und Schlachten mit machen, das man glauben könnte 'da kämpft I.T.' Dann liegt es doch auf der Hand das man diejenigen eher als kostümiert denn als gewandet betrachtet.
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22. Kommentar von Kurik am 05.08.2010 um 12:29
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Sorry
@Rotschopf
mir lag es fern jemand der der "gotischen" Musik oder auch Lebensrichtung "verfallen"
ist :), ein paar Freunde von mir tun dies auch :) anzugreifen.
Leider fällt einem immer zuerst das "negative" auf, und in diesem Fall war dies leider der
Fall.
Sorry Kurik
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23. Kommentar von Errol am 06.08.2010 um 21:05
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Star Trek oder Star Wars?
Eine ähnlich "geekige" Frage, wie die hier gestellte ^^
Natürlich ist es eine Kostümierung bzw. Verkleidung.
So wie sich ein Shakespeare-Darsteller allabendlich auf der Bühne ebenfalls kostümiert bzw. verkleidet.
Auch wenn manche Leute vielleicht meinen, der antiquierte Begriff "Gewandung",
würde, als Fachvokabular quasi, diesem Hobby mehr Seriosität einhauchen.
Gerades so, als obs das unbedingt bräuchte.
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24. Kommentar von flik am 07.08.2010 um 22:36
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Gewandung
Najo irgendwie sollte man es jedem selber überlassen wie man auf einem Fest erscheint und seinen Spaß hat.
Bemitleidenswert finde ich halt immer jene Personen die meinen weil sie für sich eine strengere Auslegung für Authentizität etc. gewählt haben andere schief beäugen.
Wenn man es nicht einmal mehr schafft in seiner Freizeit dem Spaß Vorzug gegenüber irgendwelchen Regeln und Vorgaben zu geben tut es mir wirklich leid für die...
In dem Sinne wünsche ich jedem noch viel Spass auf den MA Festen egal ob Gewandet oder Kostümiert!!!
@Errol
Star Trek oder Star Wars? Beides! Geekige Antwort.
"Natürlich ist es eine Kostümierung bzw. Verkleidung. !"
Damit etliches meiner Allteigskleidung eine Kostümierung zu nennen, finde ich gewagt...
Ich trage privat auch sehr oft Gewandung und würde mich nicht als "dauerkostümiert" betrachten.
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26. Kommentar von Errol am 11.08.2010 um 00:29
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@Schandmaul:
Ja beides, da hast du durchaus recht :)
Du bist offenbar der Meinung, der Begriff "Kostümierung",
hätte eine leicht abwertende Konnotation.
Das sehe ich hingegen überhaupt nicht so.
"Gewandung" hingegen, ist doch eigentlich nur der veraltete
Begriff für Gewand.
Na ja, und Gewand haben wir doch alle tagtäglich
eines an (hoffe ich zumindest).
Ich finds übrigens cool, dass du deine Kostümierung
bzw dein mittelalterliches "Gewand", auch privat häufig trägst.
Würde ich auch machen, aber meine "Kleiderkammer" ist leider
noch nicht so gut ausstaffiert.
@Errol
Sowohl „Kostümierung“ als auch „Verkleidung“ heißt für mich, dass man damit etwas anderes als sich selbst darstellt. Ich wiederum sage, dass ich das mit der Kleidung nicht mache, daher nenne ich meine Kleidung – weil sie eben anachronistisch ist – Gewandung, wie Du schon sagtest, ein veralteter Begriff.
Und das ist eben auch mein Ansatzpunkt: Ich spiele keinen Spielmann dar. Ich bin ein Spielmann, in meinem Fall ist das sogar hauptberuflich. Die Steuer ist da meiner Meinung. Und als ich noch vermehrt Schaukämpfe gemacht hatte, war ich als „Ritter“ bei der Gewerkschaft gemeldet… - klingt zwar komisch, ist aber so!
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