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(C) Droemer Knaur Verlag

Iny Lorentz - Die Ketzerbraut
Iny Lorentz - Die Ketzerbraut
Simone Huber
11.01.2012 09:00

"Die Ketzerbraut" ist ein weiteres Werk des deutschen Autorenpaares, das unter dem Pseudonym "Iny Lorentz" bekannt wurde und aus dessen Feder die berühmte Bestsellerreihe der Wanderhure stammt. Mit "Die Ketzerbraut" zeigen die Schriftsteller Einblicke in das Leben der Kaufleute im 16. Jahrhundert, wie immer verknüpft mit der Geschichte einer starken Frau.

Die Story

Dieser Roman aus dem Hause Knaur spielt im 16. Jahrhundert an Schauplätzen in Österreich und Deutschland. Die 23jährige Veva wird von ihrem Bruder zu ihrem zukünftigen Gemahl Friedrich Antscheller, einem Innsbrucker Kaufmann geleitet. Doch auf der Reise über die Tiroler Berge kommt es zu einem Überfall mit tödlichem Ende – hilflos muss Veva mit ansehen, wie ihr geliebter Zwillingsbruder ermordet wird. Sie wird verschleppt und wenig später durch Benedikt Haselegner, einem Jugendfreund ihres Bruders, gerettet. Fortan gilt sie als „beschädigte Ware“, eine Heirat mit einem Antscheller kommt also nicht mehr in Frage. Über Umwege wird sie schließlich doch vermählt – mit dem als Weiberheld und Unruhestifter bekannten Ernst Rickinger. Rickinger selbst ist ein heimlicher Anhänger Luthers und schmuggelt mit Freunden regelmäßig unter hohem Risiko Schriften des Augustinermönchs nach München. Das frisch vermählte Paar zieht nach Augsburg, wo Rickinger Arbeit bei Jakob Fugger findet. Als schließlich eine Delegation des Vatikans nach Augsburg kommt, um Martin Luther zum Widerrufen zu bewegen, wird der junge Rickinger Teil einer Verschwörung, um den Augustinermönch zu retten.

Die Hauptcharaktere

Die weibliche Hauptfigur trägt den Namen Genoveva, genannt „Veva“, Tochter des Münchner Kaufmanns Bartholomäus Leibert. An ihrer Mitgift interessiert ist Benedikt Haselegner, verschlagener, cholerischer Kaufmann und Jugendfreund von Bartl, Vevas Bruder. Ernst Rickinger, Weiberheld und heimlicher Anhänger Luthers, wird kurzerhand mit Veva vermählt und von Jakob Fugger in Augsburg gefördert. Rickinger auf den Fersen ist Ägidius Thürl, genannt „Portikus“, ein fanatischer Priester aus München, stets darauf erpicht, den jungen Weiberhelden ankreiden zu können und die Anhänger Luthers als Ketzer brennen zu sehen.

Als historisch belegte Personen gelten die Charaktere von Arsacius Bart, einem Ratsherren zu München, weiters Georg Eisenreich, Pfarrherr von Sankt Peter in München, sowie Christoph Langenmantel, Domherr zu Augsburg. Außerdem der Münchner Drucker und Buchmacher Johann Schobser, der unter dem lateinischen Namen „Cajetanus“ bekannte Kardinal Tommaso de Vio, der sächsische Augustinermönch Martin Luther und der Herzog von Bayern, Wilhelm IV.

Der Roman

Im Gegensatz zu vielen anderen Werken der Autorin bzw. des Autorenpaares zählt dieses Buch wohl nicht gerade zur Elite, obwohl es als Bestseller verkauft wird. Die Handlung ist eher seicht und das gesamte Geschehen Schritt für Schritt vorhersehbar. Wenn man mit wachem Verstand kombiniert, weiß man schnell, wo des Übels Wurzeln liegen und das Buch verliert seinen Reiz. Streckenweise kann man die Seiten durchaus als schleppend bezeichnen. Ein netter Roman mit wenig Spannung, vielen Intrigen sowie einigen sinnlichen Abschnitten, der bestimmt auch seine Fans findet.

Wie vom Ehepaar Lorentz gewöhnt, wurde im historischen Sinne wieder mit Liebe fürs Detail recherchiert. Die Schauplätze, geschichtliche Ereignisse wie auch die historischen Personen wurden liebevoll eingebaut und mit Hingabe beschrieben.

Die Autoren

Intrigen, spannende Abenteuer und prickelnde Erotik – das sind die Markenzeichen von Iny Lorentz. Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich das Münchner Autorenpaar Elmar und Iny Lorentz, das mit seinen opulenten historischen Romanen einen Bestseller nach dem anderen landet. Ihre Romane wurden in zahlreiche Länder verkauft und erreichen ein Millionenpublikum, das sich stets aufs Neue von den Autoren in die Vergangenheit entführen lässt.

Fazit und persönliche Meinung der Rezensentin

Als eingefleischter Fan von Iny Lorentz muss ich leider zugeben, diesmal wirklich enttäuscht worden zu sein. Die Ketzerbraut mag für fantasielose, verzweifelte Hausfrauen ein herausragendes Werk sein, mich persönlich hat der Roman eher schnell gelangweilt, da die Handlung viel zu berechenbar war. Außerdem frage ich mich ernsthaft, warum das Buch den Namen „Die Ketzerbraut“ trägt, da nie dezidiert angesprochen wird, dass Rickinger ein Ketzer ist. Der Titel lässt mehr erwarten als im Endeffekt dahinter steckt. Gut finde ich, dass das Ehepaar Lorentz der detailreichen historischen Recherche treu bleibt und diese wirklich mit Präzision und Leidenschaft betreibt.


Daten

Iny Lorentz:
Die Ketzerbraut
720 Seiten
Knaur Taschenbuch
ISBN: 978-3426635230

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