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Foto (C) Florian Machl

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Foto (C) Josef Hagendorfer

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Idyllisches Lagerleben...

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...wo den Besuchern viel gezeigt wird.

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Soldaten verschiedenster Jahrhunderte in Reih und Glied.

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Die Tanzdarbietung von Eulenspiel, diesmal im Freien.

Foto (C) Werner von Wolfpassing
Der große Mörser sorgt für eine hohe Rauchsäule...

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... zahlreiche Kanonen tun ihr Übriges.

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Der Name Montur und Pulverdampf ist Programm.

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Bei Nominibus Vacantes führt man im Lager vor.

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Dreynschlag zeigt Kampfkunst in vollem Harnisch.

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Auch die Zuseherränge sind stets einen Blick wert.

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Prima Nocte demonstriert hochmittelalterliche Waffenkunde.

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Und zwischendurch darfs auch mal bäuerlich sein...

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Die Goldkehlchen von Nornensanc.

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Narren am Militärgelände? Das geht nicht gut...

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...und das kommt dabei raus. (Setzt du dich auf mein Rohr, setz ich mich auf deines...)

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Einzig an den Sonnenschirmen bei den Stationen mit Kinderspielen sollte man noch arbeiten...

Montur und Pulverdampf
im Heeresgeschichtlichen Museum

Steigerung in allen Belangen
27. 7. 2010 - 20:30
Florian Machl

Fotogalerie
Bereits zum vierten Mal fand in den Gartenanlagen des Heeresgeschichtlichen Museums im dritten Wiener Gemeindebezirk die Veranstaltung Montur und Pulverdampf statt. Die erste Steigerung, die wir im Titel angekündigt haben, ist in der Dauer des Events zu finden. Erstmalig wurden gleich drei Tage dafür reserviert, vom Freitag, dem 9. Juli bis zum Sonntag, dem 11. Juli konnte Militärgeschichte quer durch die Jahrhunderte bestaunt und erlebt werden.

Dass die Veranstaltung ein Highlight unter den historischen Veranstaltungen, insbesondere in Ostösterreich, darstellt, muss nicht mehr extra erwähnt werden. Der exzellente Ruf, den man sich hier aufgebaut hat, spricht für sich und ist auf mehreren Ebenen begründet. Zum einen behandelt man die engagierten Darsteller und Lagergruppen gut. Nicht eine Klage ist in den vier Jahren des Bestehens an unser Ohr gedrungen - und das ist eine Seltenheit. Es wird auf hohe Qualität der gebuchten Gruppen geachtet. Schlussendlich ist man ein Museum mit öffentlichem Bildungsauftrag und handelt als solches. Ohne Wenn und Aber. Darüber hinaus ist Jahr für Jahr Bewegung zu erkennen. Weder die Händlerschaft stagniert in ihrer Zahl und ihren Angeboten, noch sieht man Jahr für Jahr dieselben Vorführungen und Gruppen, wie bei vielen Marktbegleitern üblich. Das Gegenteil ist der Fall: Im Heeresgeschichtlichen Museum wurde ausgehend von einer konstanten Basis an professionellen Partnern immer mehr und mehr expandiert - bei gleichbleibend hohem Qualitätsanspruch. Die Eintrittspreise blieben dabei erfreulich „am Boden“. Sie entsprechen mit 5,10 Euro dem Normalpreis für den Museumsbesuch, ermäßigt 3,30 Euro und freier Eintritt für historisch Gewandete einer passenden Zeitperiode.

Über 12.000 Besucher

Die Zahlen und Fakten der diesjährigen Veranstaltung sprechen für sich. 12.430 Besucher meldete der Veranstalter an die Redaktion. Trotz Fußball-WM und kaum aushaltbarer Hitze an diesem Wochenende. Rund 40 Händler umsäumten das Geschehen - nur wenige Ausfälle waren unter den angemeldeten Anbietern zu beklagen. Sieben Gastronomieanbieter sorgten für das leibliche Wohl. Über zwanzig Gruppen, die meisten mit aktivem Beitrag zur reichhaltigen Programmgestaltung, nutzten die zur Verfügung stehende Lagerfläche fast bis zum letzten Fleck aus. Schon in der Vorankündigung gab es für regelmäßige Besucher historischer Feste eigentlich nur eine Option: Uneingeschränkte Vorfreude. Und so reisten auch diesmal wieder aus nahezu allen Bundesländern Gäste an, um das Treiben aus der Nähe zu betrachten.

Neues aus Österreich

Bei dieser Veranstaltungsgröße ist es uns wieder einmal unmöglich, jede einzelne Darstellung in dem Umfang zu würdigen, wie sie es verdient hätte. So seien die Dinge hervorgehoben, die besonders für die Mittelalterszene relevant sind: Ganz besonders erfreulich ist die Erweiterung im Spätmittelalter, die durch die Integration der Liechtenauer Fechter, genauer gesagt deren Schaukampfgruppe Dreynschlag erfolgte, deren Aufführungen beim zahlreichen Publikum gut ankamen. Ebenso zum ersten Mal mit dabei war „Via Mercato - das Kärntner Gesinde“ mit einer Darstellung des zivilen Lebens aus der Zeit 1200 bis 1250. Neben den Fixstars und -startern von Prima Nocte mit ihren bewährten Darbietungen waren aus den heimischen Reihen vertreten: Der Kulturverein Eulenspiel mit großem Lager und Tanzvorführungen, Nominibus Vacantes mit Lager und eigenem Aufführungsareal und Rittersporn mit einer Spätmittelalterdarstellung und einem gemeinsamen Schaustück mit den ungarischen Freunden von Mathias Rex. Von im Vorfeld befürchteten angeblichen Animositäten zwischen Gruppen war nichts zu spüren - im Gegenteil standen reger wechselseitiger Austausch und gegenseitige Hilfsbereitschaft auf der Tagesordnung.

Willkommene Erweiterung der Horizonte

Viele Besucher, deren Interesse eigentlich primär dem Mittelalter gilt, erachten es mittlerweile als willkommene Ergänzung, wenn nicht gar als Blick über den Tellerrand, auch die bestens ausgestatteten Heerlager und Truppen späterer Zeiten kennen zu lernen und ihren Vorführungen beizuwohnen. Üblicherweise findet sich hier aber auch der einzige Reibungspunkt: Im HGM wird regelmäßig gekracht und geknallt, was das Zeug hält. Kanonendonner aus jährlich mehr Rohren, vom Gewehrlauf bis zur Feldartillerie. Pulverdampf zieht in dichten Schwaden über den Platz. Der Name der Veranstaltung ist Programm. Beeindruckend ist, wenn durch die Detonationen fünfzig Meter weiter Autoalarmanlagen ausgelöst werden - auch so manche Fensterscheibe überlebt die Kanonenvorführungen nicht. Ganz besonders beeindruckend ist die Rauchsäule, die aus dem riesigen Mörser in die Luft emporsteigt. Eine Militärveranstaltung ohne verbranntes Schießpulver? Undenkbar, damit muss man sich arrangieren.

Ohne Feuer kein Rauch

Die Organisation macht einen vorbildlichen Eindruck. Das mit der Abwicklung betraute Militärpersonal arbeitet exakt und kompetent - bis hin zu den „kleinen Rekruten“, die Absperrungsdienste zu leisten hatten. Ebenso bewundernswert ist stets der Sauberkeitszustand der Museumsräumlichkeiten aber auch der im Haus befindlichen Sanitäranlagen. Sanftes Genörgle löst das nicht ganz optimale Feuerholz für die Lagerfeuer aus, das aufgrund genervter Nachbarn sogar zu einem Polizeieinsatz mit Lagerfeuerverbot ab 22:00 Uhr führt. Was kleinlich erscheinen mag, wird angesichts der hohen Lufttemperaturen, die auch während der Nacht kaum sinken, doch verständlicher - Fenster zu schließen ist unmöglich und nicht jeder weiß Rauchgeruch in der Wohnung zu schätzen.

Künstlerisches Rahmenprogramm

Neben den vielfältigen militärischen Vorführungen wird viel Musik geboten. Aus der Mittelalterszene stammen Arnulf das Schandmaul, die etwas versteckt postierten Spielleute von Rhiannon und die stimmgewaltigen Kärntnerinnen von Nornensanc. Eine kleine aber umso wohler klingende Musikgruppe des Kulturvereins Eulenspiel ist ebenso zu hören. Moderne Klänge bietet die Gardemusik mit einem täglichen Platzkonzert. Das Programmheft erwähnt weiters einen Auftritt von Trollferd am Samstag, der von der Redaktion aber leider nicht besucht wurde. Gaukelei gab es von Torxes von Freygeyst und Pixel, die allerdings erst am letzten Veranstaltungstag anreisten, da sie zuvor mit Organisationstätigkeiten beim Landesritterfest Linz beschäftigt waren. Diese jährliche Termingleichheit ist - wie so viele andere auch - aus der Sicht der Fans bedauerlich. Ebenso schade war das zeitliche Zusammenfallen mit dem Mittelalterfest Mauterndorf - hier soll aber im kommenden Jahr reagiert und ein neuer Termin gefunden werden.

Kleiner Verbesserungsvorschlag

Im Sinne einer Verbesserung des Gesamteindruckes sei die Anmerkung erlaubt, dass das Kinderprogramm der Museumspädagogen zwar prinzipiell engagiert und putzig anzusehen ist, aber sicher auch ohne bunte, moderne Werbe-Sonnenschirme auskommen könnte. Diese „Flecken“ inmitten des Lagerlebens fallen nicht nur Puristen ins Auge. Der Sonnenschutz ist generell ein Thema, das hier (wie überall sonst auch) nur schwer in den Griff zu bekommen sein wird. In den Bereichen, wo ausladende Bäume Schatten spenden, ist es kein Problem - doch viele Flächen, wie auch das für die Aufführungen verwendete Gelände, bieten keinen Sonnenschutz. Ob ein solcher überhaupt möglich wäre, möchten wir nicht beurteilen, wenn es aber irgendeine Option dafür gäbe, wäre es sicherlich eine angenehme Ergänzung.

Wichtige Förderer

Mit Montur und Pulverdampf betreibt das Heeresgeschichtliche Museum als Nebenwirkung eine wichtige Förderungsarbeit für die österreichischen Künstler und Darsteller. Zum einen ist es eine die Reputation fördernde Auszeichnung, auf einem qualitativen Museumsevent gebucht worden zu sein, zum anderen wird - soweit die Rückmeldungen - eine faire Entlohnung geboten. Niemand muss um seine Gagen zittern. Diese glückliche finanzielle Lage, die durch die mehr als nennenswerten Besucherzahlen sicherlich gut abgedeckt ist, würde in Zukunft noch weitere Perspektiven eröffnen. Was spricht dagegen, auch bei den Künstlern über die Landesgrenzen zu blicken, und ergänzend den einen oder anderen internationalen Act nach Wien zu holen? Es gibt nicht viele Feste, die sich das leisten können - doch erfahrungsgemäß ist das Wiener Fachpublikum stets froh und dankbar über eine Erweiterung bekannter Horizonte.

Vorfreude auf Dezember – und das nächste Jahr

Persönlich kann ich vor den Organisatoren angesichts ihres Engagements und ihren Leistungen nur den Hut ziehen und auf viele Fortsetzungen in diesem Stil hoffen. Hier kann nahezu jeder Veranstalter lernen und staunen. Die historischen Events haben das Museum in den vergangenen Jahren aus einem Dornröschenschlaf geholt, der Publikumszuspruch scheint immer noch ansteigend zu sein. Bereits jetzt darf man sich auf den Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt vom 3. bis 5. Dezember freuen - noch dazu bei freiem Eintritt! Für den Besuch von Veranstaltungen im HGM gilt auch weiterhin unsere klare Empfehlung – und wir blicken gespannt den kommenden Leserwahlen entgegen, wo sich zeigen wird, ob man unsere Einschätzung teilt.

Weiterführende Links:




Der Bogenstand Gesierich
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Feinkost Heinzle - Met aus eigener Produktion
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Kultur- und Veranstaltungsgemeinschaft Eulenspiel
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1. Kommentar von Franz IV am 29.07.2010 um 07:52
Es war sehr schön - es hat mich sehr gefreut
Ein wirklich tolles Fest! Und Darsteller aus so vielen verschiedenen Zeiten kennen zu lernen ist einfach ganz was feines ...

2. Kommentar von Lancelot vom See am 02.08.2010 um 18:00
Und selbst
die Sonnenschirme stören bei diesem Event nicht da es sich dabei ja nicht um ein MA Fest handelt sondern eine Veranstaltung die alle Bereiche und Jahrhunderte abzudecken versucht.
Die Kinderspiele waren jedenfalls nicht im MA oder geschichtlichen Bereich sondern in der Neuzeit angesiedelt und daher die Schirme zu 100 % "A" !


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