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Leserwahl und Preisverleihung aus der Sicht der Preisträger
Alexander Mairgünther vom Organisatorenteam Purgstall im Interview
12. 2. 2008 - 18:35 - Florian Machl

Bild: (C) Florian Machl
Das Veranstalterteam von Purgstall, Alexander und Babsi bei der Preisübergabe durch Torxes von Freygeyst.

Bildquelle: Huscarl / Florian Machl
Das Fest, das erst zum zweiten Mal abgehalten worden war, erreichte in der Huscarl Leserwahl Platz 2.

Die Mitglieder des Veranstalterteams von Purgstall, bei der Huscarl Leserwahl auf Platz zwei gereiht, sind auch die zweiten Preisträger, die uns im Interview Rede und Antwort stehen. Wem die Fragen bekannt vorkommen: Jeder Preisträger hat von uns dieselben Fragen erhalten.

Alexander Mairgünther vom Organisatorenteam des Gaudium zur Purg nahm sich viel Zeit und beantwortete unsere (fett hervorgehobenen) Fragen:

Huscarl: Ihnen wurde vom Magazin Huscarl für das historische Fest, das Sie im Jahr 2007 veranstaltet haben, eine Auszeichnung verliehen. Wie stehen Sie der Idee dieser Prämierung gegenüber?

Alexander Mairgünther: Wir finden die Idee hervorragend, weil man hier sicher das ehrlichste Feedback für seine Arbeit und Bemühungen von Händlern, Lagern und Szenekennern, aber auch natürlich von interessierten Besuchern erhält.

Für uns ist diese Prämierung Ansporn und Motivation, unser Gaudium noch unvergesslicher für alle Teilnehmer und Besucher zu machen, und wir glauben, dass auch andere Veranstalter dies so sehen.

Wie empfanden Sie den Abend der Preisverleihung? Gibt es irgendwelche persönlichen Details von dieser Feier, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind?

Wir haben einen ausgesprochen unterhaltsamen und sehr angenehmen Abend verlebt, mit einem ausgezeichneten Bühnenprogramm und sehr vielen netten Gesprächen und ausgelassener Stimmung. An persönlichen Erlebnissen gab es gerüchteweise nur solche, über die wir uns nicht näher auslassen wollen; aber wie gesagt, es handelt sich hier sicher nur um Gerüchte.

Mit dieser Veranstaltung hatten wir auch im Sinne, Menschen zusammenzubringen, neue Verbindungen zu knüpfen und auch wirtschaftliche Möglichkeiten zu eröffnen. Haben Sie die Veranstaltung auch dazu genutzt, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen? Wie stehen Sie dieser Idee generell gegenüber?

Für uns war dieser Abend eine wunderbare Möglichkeit, alte Bekanntschaften zu vertiefen, und einen ganzen Haufen neuer Bekanntschaften zu schließen. So standen wir nach dem Einlass nicht unbedingt verloren, dafür sind wir einfach zu laut, aber doch mit nur einer Handvoll Gesprächspartner an unserem Bistrotisch. Nach der Preisverleihung, bei der wir, wie die anderen Preisträger auch, geradezu euphorisch gefeiert wurden, konnten wir uns vor Gesprächswünschen dann gar nicht mehr retten; obwohl das vielleicht auch an dem vielen Met liegen könnte, den wir gewonnen und recht freigiebig verteilt haben.

Im Vorfeld hatten wir uns ja schon mit einigen Hauptmännern und Händlern kurz geschlossen, um ein eventuelles Engagement auf unserem Gaudium zu besprechen. Diese waren dann auch fast vollzählig im Viper Room erschienen und kamen nach der Preisverleihung und der damit verbundenen Enthüllung unserer Identität auf uns zu.

Es wurden dann zwar nicht direkt wirtschaftliche Entscheidungen getroffen, das sollte man auch nicht undbedingt tun, wenn Alkohol im Spiel ist, aber die eine oder andere Vereinbarung wurde schon bis ins Detail besprochen und kurz darauf fixiert. Gerade weil man sich im Winter ja nur selten bis gar nicht persönlich zu Gesicht bekommt, zumindest im mittelalterlichen Ambiente, halten wir diese Veranstaltung für einen ausgezeichneten Ausgleich.

Wir haben uns gemeinsam mit unseren Sponsoren bemüht, die Sachpreise so zusammenzustellen, dass Sie einen direkten Bezug zur Mittelalterszene haben. Können Sie uns verraten, ob etwas davon auch praktische Anwendung finden wird? Gibt es sonstige Anmerkungen und Geschichten zu den Preisen?

Nun, was den Met betrifft, ist die praktische Anwendung umgehend getestet worden; auch die dazugehörigen Becher wurden auf Dichtheit und Ambientetauglichkeit erfolgreichst getestet. Spaß beiseite, die Preise sind durchweg sehr edel und wurden unter großem Gebrüll unter uns aufgeteilt; wer glaubt, dass die Septembe bei einem Kampf um wertvolle Sachpreise keine Chance gegen unseren Kurt hätte, der sollte mal die Biss- und Kratzwunden sehen. Einzig das Buch, das spielt im 19. und 20. Jahrhundert, passt also nicht mehr ganz in die großzügige Definition Mittelalter, war aber trotzdem sehr spannend und lesenswert.

Aber am meisten freuen wir uns über die schönen Urkunden, die, wie es sich gehört in Silber gerahmt, einen Ehrenplatz in unseren jeweiligen Wohnzimmern bekommen haben. Für nächstes Jahr haben wir dann schon die passenden Goldrahmen besorgt, die aber ein bisschen größer ausgefallen sind, also passt dann bitte die Urkunden entsprechend an.

Ihre Veranstaltung wurde von einem Fachpublikum bewertet. Sie machen also in den Augen der Mittelalterszene irgendetwas ganz besonders richtig. Welche Besonderheiten Ihrer Veranstaltung sind das Ihrer Meinung nach?

Wir haben natürlich das große Glück, unser Gaudium im wohl traumhaftesten Park der bekannten Welt veranstalten zu können. Der Anblick dieses Parks und seiner vielen uralten Bäume, diese unbeschreibliche Atmosphäre, hat uns ursprünglich ja erst dazu gebracht, dieses Fest zu machen.

Dann hatten wir vielleicht auch von Anfang an ein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung der Mitwirkenden. Für uns sind die Lager, die Händler und natürlich auch die Akteure eine ständig wachsende Familie. Manche davon kennen wir eben schon sehr lange, andere haben wir vielleicht auch erst auf unserem Fest kennen gelernt, aber dennoch scheint es uns zu gelingen, die "richtigen" Leute zusammen zu bringen, die sich auch untereinander auf Anhieb verstehen.

Vielleicht bieten wir auch, im Gegensatz zu so manch anderer Veranstaltung, vielen Teilnehmern endlich wieder die Möglichkeit oder Motivation, die eigene Darstellung wieder in den Vordergrund zu rücken. Im Laufe einer Saison findet sich doch leider so manche Veranstaltung, bei der das Mittelalter in den Hintergrund rückt.

Auf welche Details einer Veranstaltung sollte man ein spezielles Augenmerk legen, damit sie ein besonderer Erfolg wird?

Man sollte sich selbst auf seinem Fest wohlfühlen.

Wie beurteilen Sie den Bildungsauftrag, den Sie mit einem historischen Fest erfüllen? Ist ein gewisser Anspruch auf historische Korrektheit und Wissensvermittlung Teil Ihres Konzeptes? Wie kann man sich das konkret vorstellen?

Von einem Bildungsauftrag im ursprünglichen Sinn zu sprechen, kann bei einer kommerziellen Veranstaltung eigentlich nur eine Notlüge sein. Nicht umsonst gibt es die Unterscheidung zwischen Reenactment-Veranstaltungen, die durchweg fremdfinanziert sind, und Mittelalterfesten.

Bleibt man aber einmal nur bei den Mittelalterfesten, findet man natürlich eine enorme Bandbreite von historischer Korrektheit bis Disney Land. Wir sind sehr bemüht, möglichst viel Wissen an unsere Besucher zu vermitteln, vorzugsweise durch aktive Erfahrungen, geben uns im Zweifelsfall aber auch damit zufrieden, einen allgemeinen, dafür aber möglichst authentischen, Eindruck dieser Zeit zu ermöglichen. Wir sind uns aber durchaus bewusst, dass die Besucher eher selten auf eine Veranstaltung dieser Art kommen, vielleicht noch mit Notizblock und Bleistift bewaffnet, um sich Detailinformationen einzuprägen. Man muss ihnen all das, was man gerne vermitteln möchte, möglichst schmackhaft, verständlich und leicht verdaulich aufbereiten. Das gilt natürlich für Erwachsene wie auch für Kinder, für die wir uns von Anfang an sehr viel haben einfallen lassen. Eine Rätsel-Rallye bietet beispielsweise gleich die Möglichkeit, auch intensiveres Wissen zu vermitteln, weshalb wir diese 2008 auch für Erwachsene machen werden. Und auch hier wird es, die Preisverleihung von Huscarl.at als Vorbild genommen, eine ganze Reihe von Sachpreisen zu gewinnen geben.

Ihr Fest findet auch im Jahr 2008 statt. Gibt es Veränderungen oder Besonderheiten, die Sie unseren Lesern schon jetzt ans Herz legen wollen?

2008 beginnt das Fest bereits am Freitag um 17:00 Uhr, weshalb wir auch das traditionell von uns ausgerichtete gemeinsame Essen auf den Samstag verschoben haben. Dafür darf man eine echte Überraschung erwarten.

Außerdem haben wir zwei Bogenturniere geplant, eines für Teilnehmer, eins für Besucher, beide ebenfalls mit Sachpreisen. Eine freie Feldschlacht ist in Planung.

Ansonsten spielen zwei Bands, Nachtwindheim und InSpeculum. Die Gaukler erwarten euch, ebenso eine große Feuershow. Die Recken lassen in der Arena die Funken von den Schwertern fliegen, und im Park warten viele Überraschungen.

Alexander, vielen Dank für Deine humorvollen und ausführlichen Antworten!



Weiterführende Links

interner Link Bericht zur Preisverleihung
interner Link Wahlergebnis der Leserwahl 2007

externer Link Gaudium zur Purg: Homepage



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1. Kommentar von Umbra am 13.02.2008 um 15:38

Klare Nummer 1
Für uns Hirschensteiner war Purgstall 2007 in allen Belangen klar die Nummer 1 ! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Gruß Andi

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2. Kommentar von MADmartin am 15.02.2008 um 22:17

Gruß und Dank
Danke für das tolle Fest, die Antworten im Interview steigern die freudige Ungeduld aufs nächste Purgstall Gaudium,
weiter so und Herzlichen Glückwunsch.
Grüße an Euch, alle Mitwirkenden, alle Voter und Besucher,
MADmartin

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