Die Interessensgemeinschaft des Mittelalters (kurz IGM) Viribus Unitis (lat.: mit vereinten Kräften) - wurde im Oktober 2007 mit Sitz in Reifenberg, Rheinland-Pfalz, gegründet. Die Interessensgemeinschaft, die sich selbst auch als "das Wolfsrudel" bezeichnet, hat sich zum Ziel gesetzt, das Erbe des Mittelalters aufrecht zu erhalten, die Menschen darüber besser zu informieren und mit alten Vorurteilen aufzuräumen. Das besondere Anliegen der Gruppe liegt im medizinischen Bereich. So wurde das "Hospitalis Lupus" gegründet, in welchem die Medizin des Mittelalters wieder auflebt.
Die Erhaltung und Verbreitung des Wissens dieser kulturellen Epoche ist für die Gruppe sehr wichtig. Daher besuchte man auch verschiedene Mittelaltermärkte in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Für nächstes Jahr sind bereits Teilnahmen an Märkten in Österreich, Luxemburg, Italien sowie in Frankreich geplant. Außerdem versuchte man auch bei ehrenamtlichen Auftritten (dieses Jahr z.B. bei einem Besuch in einem Seniorenheim in Rodalben sowie auf einem Kindermittelalterfest in Völklingen-Geislautern) den Leuten diese wirklich interessante Epoche der eigenen Geschichte wieder näher zu bringen.
Im April 2008 wurde Viribus Unitis Mitglied im Burgverein Steinenschloß e.V. und im Mai 2008 Mitglied der Mittelalter IG 1250 Pfalz. Durch unsere Mitgliedschaft im Burgverein dürfen wir das Steinenschloß in Thaleischweiler-Fröschen zur Repräsentation nutzen.
Die Mitgliederzahl der Interessensgemeinschaft beträgt zur Zeit 10 Personen. Die Gewandungen und Darstellungen sowie die Ausrüstung orientieren sich am Mittelalter und es wird versucht, so gut wie möglich authentisch zu sein. Das Lager besteht zur Zeit aus 7 Zelten (darunter ein Gemeinschaftszelt von 4m X 6m und das Hospitalszelt mit 4m X 4m), der gesamte Platzbedarf der Gruppe beträgt 50m X 50m.
Nachfolgend beschreibt die Interessensgemeinschaft die verschiedenen Vorführungen, die sie den Besuchern auf Märkten anbieten, um sie in den Themenbereich "Medizin des Mittelalters" zu entführen:
Instrumentenkunde und deren Verwendung am Patienten
Dabei werden den Besuchern verschiedene medizinische Instrumente erklärt und ihre Verwendung am Patienten erläutert. Wir haben rund 60 verschiedene Instrumente aus allen Bereichen der Medizin. Alle Instrumente sind Repliken bzw. Sonderanfertigungen aus Guy de Chauliacs Werk, "Chirurgia Magna" (ca. 1330) und aus dem "Feldtbuch der Wundartzney" von Hans von Gersdorff. Beide Bücher sind auch als Kopien ( "Chirurgia Magna" in englisch und das "Feldtbuch der Wundartzney" in deutsch) in unserem Hospital einsehbar.
Leprosenschau ("Examen leprosorum")
Hierbei bringen wir den Besuchern den Ablauf einer Leprosenschau wie sie um das Jahr 1400 ausgesehen haben könnte näher. Als Grundlage und Inspiration dafür diente uns das Buch von Kay-Peter Jankrift "Mit Gott und schwarzer Magie. Medizin im Mittelalter". Die von uns aufgeführte Vorstellung soll ein möglichst genaues Bild einer Leprosenschau vermitteln, wie sie "damals" stattgefunden hat; an einigen Stellen müssen wir aber auch einen Kompromiss eingehen zwischen Authentizität und der Darstellung vor einem Publikum.
Kräuterlabor und Edelsteinkunde
Mit unserem Kräuterlabor und der Edelsteinkunde wollen wir den Besuchern die Medizin der Hildegard von Bingen mit ihrer faszinierenden Edelsteinkunde sowie die Kräuterkunde des Macer Floridus (der auch in unserem Hospital als Kopie in Latein einsehbar ist) näherbringen. Wir zeigen eine Vielzahl von Kräutern und Edelsteinen, die wir anhand dieser beiden Werke fachgerecht zu erläutern versuchen und deren Wirkung und Anwendung wir erklären.
Aderlass und Urinschau
Anhand von Urintafeln und Urinschaugläsern wird der Urin bestimmt, anschließend wird eine Diagnose gestellt und der Patient mit der Replik eines Aderlassmessers "zur Ader gelassen".
Schautafeln rund um Krankheiten und Anatomie
In einer schönen Schaumappe haben wir viele Stiche die so manche Behandlung bildlich darstellen. Diese Mappe ist eine Zusammenstellung von Stichen und Bildern aus vielen historischen Büchern und Werken des Mittelalters und ebenfalls mit Angabe des Werkes und des Jahres im Hospital einsehbar.
Schauoperationen in unserem Hospital an vorbereiteten "Patienten"
Hierfür verwenden wir original Repliken der Instrumente die zur damaligen Zeit verwendet wurden. Unsere Schaubehandlungen reichen von der Entfernung eines Pfeiles im Brustkorb (mit einer Pfeilsonde und sonstigem Instrumentarium um 1300) über das Vernähen und Schienen von offenen Knochenbrüchen bis zum Blasenschnitt (mit einer Replik eines Blasenschnittmessers um das Jahre 1320).
Die Pest - der schwarze Tod
Mit diesem eigenen "Programmpunkt" entführen wir die Besucher in das wohl dunkelste Kapitel des Mittelalters. Die Besucher werden anhand von historischen Schautafeln und Bildern/Stichen in die Behandlungsmethoden und den Übertragungsweg der Pest eingeführt, darüber hinaus wird die Ausrüstung eines Pestarztes sowie eines Flagellanten erläutert. Der Höhepunkt dieses Teiles ist der von uns organisierte und ausgeführte Pestumzug, welchen wir nach historischem Vorbild umzusetzen versuchen. Sämtliche Teilnehmer werden dafür von unserer Expertin Sarah von Kreutzesfelde krankheitsgerecht hergerichtet.
Verletztenumzug
Mit diesem Programmpunkt möchten wir die Zuschauer und Besucher in die Welt der Wunden und Verletzungen entführen, wie sie damals entstanden sind, wie sie behandelt wurden und wie die Verletzten darunter gelitten haben. Sämtliche Teilnehmer werden dafür von Sarah von Kreutzesfelde fachgerecht und realitätsgetreu hergerichtet.
Schröpfen und Massage
Dies wird anhand von Anschauungsmaterial präsentiert und es steht jedem Marktbesucher offen, beides am eigenen Leib zu erfahren.
Verbände
Ebenfalls zeigen wir verschiedenen Arten von Verbänden im "Hospitalis Lupus".
Wunden stellen wir detailgetreu dar für unsere Schauoperationen, Pestumzug und Verletztenumzug
Bei allen oben genannten Punkten sind natürlich der Authentizität Grenzen gesetzt. So wird bei keiner Operation oder bei keiner Verletzung jemand wirklich "verletzt". Alle Wunden werden von unserer Expertin fachgerecht geschminkt und sind zum täuschen echt den wirklichen nachempfunden. Bei unseren Operationen verwenden wir "Interaktivwunden" aus dem Bereich des LARP, da wir niemand zumuten können sich "real" einen Pfeil aus dem Brustkorb operieren zu lassen. Daher bitten wir in diesem Punkt um Nachsicht und Verständnis, dass unsere Wunden nicht ganz "authentisch" sind und auch nie sein werden.
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