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Bildquelle: Verein ALBS

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Bildquelle: Florian Machl

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Die Austrian Longbow Society stellt sich vor
Bewahrung und Vermittlung des historischen Erbes
25. 6. 2009 - 08:30
Rudolf Boettcher


Nebelschwaden hängen über dem Land. Wir hören das Stampfen von vielen beschlagenen Hufen, gedämpft vom feuchten Boden. Wir warten, lautlos, noch können Sie uns nicht sehen. Auf ein Zeichen unseres Anführers holen wir die trockenen Sehnen unter dem Hut hervor. Noch immer kein Laut, während wir unsere Langbögen spannen. Immer näher klingen die Hufschläge, dazu mischt sich das Geräusch vom Metall der Rüstungen. Sie wissen, dass wir hier sind, aber der Nebel hält uns verdeckt. Eine Windböe, die Schwaden treiben auseinander, längst ist der erste Pfeil aufgelegt, ein Befehl und schon ist die Luft erfüllt vom Schnalzen der Sehnen und dem Surren der Pfeile...

Ein angstvolles Wiehern, das erste Pferd stürzt, die Reihe dahinter gerät ins Stolpern, der nasse Boden bringt sie zum Schlittern. Ein Pfeil nach dem anderen geht hernieder. Die alles nieder wälzende Angriffswelle unserer Gegner bricht… Noch eine Salve, noch eine und dann… sind die ersten Reiter hier. Doch die gestürzten Pferde haben die Formation zerrissen. Zufrieden treten wir zurück, überlassen die versprengten Reiter einem Wall aus Speeren und Schilden. Das gebogene Holz hat es geschafft, hat uns die Hoffnung auf den Sieg gebracht!

Vereinsziel

Der Verein ALBS - Austrian Longbow Society - sieht sein primäres Ziel in der Bewahrung und Vermittlung des historischen Erbes des Langbogens im Mittelalter. In diesem Satz steckt schon "Mittelalter" und so liegt es nahe, dass wir uns auch viel mit dieser Thematik beschäftigen. Als Lagergruppe stellen wir walisische Bogenschützen um das Jahr 1250 dar, die ihren Lebensunterhalt als Söldner verdienen.
Obwohl unser Verein noch sehr jung ist, erst im Februar 2009 gegründet wurde, haben wir schon als Lagergruppe beim Kreuzritterfest Lockenhaus teilgenommen und sind auch auf dem Mittelalterfest Heidenreichstein anzutreffen. Die Ausrüstung ist noch minimal, aber auch Rom wurde nicht an einem Tag erschaffen. Wir bemühen uns so viele Ausrüstungsgegenstände wie möglich selbst herzustellen, so hat natürlich fast jedes unserer Mitglieder seinen Bogen selbst gebaut und seine ersten Pfeile befiedert. Die Liebe zum Bogen, Handwerk und Mittelalter führte bis jetzt 8 Leute zur ALBS.

Warum Bogenschützen-Söldner ?

Weil es schon genug Ritter gibt? Nein... doch... ja... auch... aber natürlich weil uns die Darstellung des einfachen Söldnerlebens interessiert und sehr gut zum Hobby Bogensport passt. Der kriegerische Langbogen war eine Waffe der niederen Stände, nicht des Adels. Sicher war der Langbogen um 1250 noch nicht so populär wie z.B. 200 Jahre später, doch wir finden diese Zeit voller Änderungen sehr interessant. Es ist uns ein Bedürfnis, Besuchern zu zeigen wie ein Bogen entsteht, warum er überhaupt funktioniert und wie Pfeile gemacht werden. Außerdem möchten wir historisches Hintergrundwissen vermitteln.

Warum Langbogen?

Leider konnten wir unter den wenigen Bogenschützen in der Mittelalterszene hauptsächlich Reiterbögen finden und nur wenige mittelalterliche Langbogen. Bereits im Vereinsnamen und in unseren Statuten haben wir unser Interesse für dieses spezielle Bogendesign und seine Geschichte verankert. Der Langbogen hat eine lange Tradition, erfreut sich heute noch großer Beliebtheit und war sogar bei mancher Schlacht das Zünglein an der Waage. Das Design des Langbogens gibt Rätsel auf, zeigt Lösungen, verleitet zu Vermutungen. Genug Stoff, um seine Freizeit damit zu füllen.

Unser Lagerleben?

Unser Lager ist bewusst spartanisch eingerichtet, da wir beim Umzug von einem Kriegsschauplatz zum nächsten leichtes Gepäck bevorzugen. Zwischen den Kämpfen reparieren wir unsere Ausrüstung und schnitzen an neuen Bogen oder Pfeilen. Kaputte Gegenstände müssen gerichtet und die Tiere versorgt werden.

Da es unseren Frauen am Herd zu langweilig geworden wäre, haben sie sich kurzerhand entschlossen uns zu begleiten. Das hat unseren Dienstherrn nicht erfreut, aber Einspruch war zwecklos. Also üben sich auch unsere Frauen im Bogenschiessen und versorgen das Lager. Aufgrund ihres Wissens über die Heilkraft der Kräuter sind sie mit der Behandlung von Verletzungen betraut.

Was planen wir als Nächstes?

Geplant sind weitere Aktivitäten auf Mittelalter-Events, gemeinsames Training, der Ausbau des Lagers, die Verbreitung und Vertiefung historischen Wissens, die Aufnahme neuer Mitglieder und, und, und... Als besonderes Highlight haben wir für Herbst 2009 ein Clout-Turnier geplant. Die Vorbereitungen laufen bereits an, den genauen Termin findet man zeitgerecht auf unserer Homepage.


Weiterführende Links:


Dieser Artikel wurde von der sich vorstellenden Gruppe / vom sich vorstellenden Verein selbst verfasst. Die Inhalte wurden von huscarl.at nicht überprüft. Verantwortlich dafür sind ausschliesslich die Autoren. Huscarl.at bietet in dieser Sparte jedem österreichischen Verein die Möglichkeit, sich vorzustellen und sich in einer geeigneten Form zu präsentieren. Zielsetzung ist, der heimischen Mittelalterszene eine weitere Möglichkeit anzubieten, sich untereinander besser kennenzulernen. Veranstaltern soll die Möglichkeit geboten werden, sich zu informieren und gegebenenfalls passende Vereine und Gruppen für Ihre Events zu engagieren.



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