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Foto (C) Erec Lingam

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Sonderausstellung Michelstetten in Asparn
Besiedlung seit der Jungsteinzeit
28. 5. 2010 - 10:30
Erec Lingam


Fotogalerie
Von urgeschichtlichen Wallanlagen bis zur romanischen St. Veitskirche mit ihren romanischen Fresken reichten die Ausgrabungen des Niederösterreichischen Landesmuseums, die von 1995 bis 1999 unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Ernst Lauermann erfolgten. Die Auswertung der Funde dauerte bis ins Vorjahr - heuer werden die Ergebnisse im benachbarten Asparn an der Zaya gezeigt.

Ackerbau und Viehzucht, Fischerei und Jagd waren die Lebensgrundlagen der Kelten im heutigen Michelstetten in der Nähe von Asparn an der Zaya/NÖ, wo in den letzten Jahren 14 alteisenzeitliche Grubenhäuser ergraben wurden. Die Hallstattzeit-Siedlung stellte vor rund 2700 Jahren alles her, was zum täglichen Leben gebraucht wurde: Werkzeuge, Arbeitsgerät, Bronzeschmuck und Bernstein wurden geborgen – Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde und Hunde wurden gehalten, die Mitte des Dorfs markierte ein Gebäude, das alle anderen übertraf.

Neues keltisches Versammlungshaus

Was das Michelstettener Zentralhaus kennzeichnet ist seine Nord-Süd-Ausrichtung, zwei Eingänge, in den Ecken abgerundete Palisaden, sowie Pfostenlöcher, die tiefer und größer sind als die der anderen Häuser. Die Einnordung deutet auf rituelle Nutzung, die tiefen Pfostenlöcher auf die Bewältigung höherer Traglasten. Ein besonders schweres, also hohes Dach? Und wozu wurde der zweite Eingang verwendet?

Offenes Versammlungshaus

Im Freigelände des Museums wird ab sofort ein vom herkömmlichen Bild etwas abweichendes Denkmodell verfolgt und im Rahmen eines Keltenfestes präsentiert, das von 29. bis 30. Mai 2010 stattfindet:
Die These: Das zentrale Michelstettener Haus wurde für den ganzen Ort genutzt. Es war ein "Offenes Versammlungshaus", in dem alle für die Gemeinschaft wichtigen Anlässe stattfinden konnten. Hier traf man sich zum Reden und Feiern, Tanzen und Musizieren. Ein multifunktionales Konzept, das im Vergleich zu bisherigen Deutungen des Lebens keltischer Dorfgemeinschaften sozial modern anmutet, wird durch die Gestalter als eine mögliche Interpretation in Eiche und Lärche realisiert.

Konstruktion wird sichtbar

Die massiven Palisaden sind durch Holznägel aneinander fixiert, die Abrundung ergibt sich aus der Überlappung der Einzelbretter. Die Überlängen der Holznägel verleihen der Konstruktion aus manchen Perspektiven ein etwas borstiges Erscheinungsbild. Leicht und luftig ist sie geworden, von Licht durchflutet. Der winterliche Einsatz dürfte dadurch eine besondere Herausforderung darstellen. Im Zuge experimenteller Archäologie wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wie alltagstauglich das neue Kelten-Versammlungshaus gleich neben dem Heiligtum bei brütender Hitze, Wind und Wetter ist. Schülergruppen und Besucher des Freigeländes sind die dankbaren Objekte der Verhaltensforschung.









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